Hero 17

Wie funktioniert eine Uhr?

Räderwerk, Hemmung, Federhaus. Das Passiert im Inneren einer mechanischen Uhr

DIE FUNKTION EINES MECHANISCHEN UHRWERKS erklärt

Eine mechanische Uhr besteht aus einer Vielzahl von Komponenten, die zusammenarbeiten, um die Zeit anzuzeigen.

Im Laufe der Zeit haben technische Innovationen und Weiterentwicklungen auch den Kosmos der Uhren revolutioniert: Neue Materialien und clevere Lösungen haben dazu beigetragen, dass Qualität und Präzision von Uhren ständig verbessert wurden ohne jedoch, mal abgesehen von Smartwatches und Co, deren Struktur und Funktionalität zu ändern. Im Prinzip sind die Teile einer Uhr seit hundert Jahren oder länger unverändert geblieben.

Im Wesentlichen besteht eine mechanische Uhr aus folgenden Organen:

  • Der Reguliereinheit: Diese bestimmt die Schwingungen und das Zeitintervall von möglichst gleichbleibender Dauer
  • Das Verteilorgan: Dieses hat die Aufgabe, die durch das Hemmungsrad empfangene Energie in Form von Impulsen an das Regulator Organ portioniert weiterzugeben.
  • Das Übertragungsorgan: Dieses überträgt die Antriebskraft auf das Hemmungsrad, zählt dabei die Anzahl der Umdrehungen und untersetzt diese, um, auf dem Zifferblatt die Zeit anzuzeigen
  • Das Antriebsorgan: Dieses erzeugt die nötige Energie, damit die Uhr läuft.
Zerlegtes Uhrwerk

Aber wie genau funktioniert nun eine Uhr?

Die Zugfeder liefert jene Kraft, welche für den Antrieb sorgt. Die Zugfeder befindet sich in einem zylindrischen Behälter, dem Feder-Haus. Die Feder besteht aus Speziallegierungen und ist als Spirale aufgewickelt. Ihre elastische und sich entfalten wollende Eigenschaft speichert im aufgezogenen Zustand Energie, die dafür sorgt, dass die Uhr läuft. Die Feder kann per Hand bei Handaufzugswerken oder bei automatischen Uhren über eine spezielle Aufzugautomatik aufgezogen werden. Zwischen der Unruh, einem sich in Schwingungen hin und her bewegenden Teil und der Feder, liegt die meist ankerförmige Hemmung als Energieportionierer. Die Hemmung liefert an das Regulierorgan schrittweise kleine Energiemengen ab und verhindert so, dass sich die gespeicherte Energie in der Zugfeder in einem Schwung freisetzt und die Zeiger wie wild drehen. Das Räderwerk überträgt die Energie an die Stellen, an denen sie benötigt wird: an die Zeiger, die Drehscheibe für den Kalender, an die Systeme der Chronographen oder die Mondphasenanzeige.

So funktioniert ein Uhrwerk
Einfache Darstellung der Funktionsweise eines Uhrwerkes

Was ist der automatische Aufzug und wie funktioniert er?

Eine Automatikuhr ist eine mechanische Armbanduhr. Ein Rotor wird durch die Bewegung des Handgelenkes in Schwingung versetzt und nutzt diese kinetische Energie zum Spannen der Feder.

Fortis mit geöffnetem Gehäuseboden
Rotor mit FORTIS Schriftzug. Uhrwerk: Valjoux 7750 Chronograph

Bei einer Automatikuhr schwingt mit jedem Händeschütteln, Greifen oder Winken ein kugelgelagerter Rotor mit. Aufgrund der Schwerkraft entsteht so eine Schwungmasse, die den Rotor nach unten zieht. Eine Mechanik reicht die dabei entstehende Bewegungsenergie ans Federhaus weiter. Zwischen dem Rotor und dem Sperrrad des Federhauses befindet sich einige Räder, deren Funktion darin besteht, die vom Rotor auf den Aufzug ausgeübte Kraft zu untersetzen. Dort sitzt eine spiralisierte Feder aus feinem Draht, die stetig versucht in ihre entspiralisierte Ursprungsform zurückzukehren. Diese Energie wird dann an das Räderwerk weitergeleitet. Die Mechanik basiert also rein auf der Bewegungsenergie des Trägers. In der Regel sind Automatik Uhren etwas dicker als die traditionellen Modelle mit Handaufzug, da der Mechanismus über eine höhere Anzahl an mechanischen Teilen verfügt. Eine Batterie wie bei Quarzuhren wird so überflüssig. Im Gegensatz zu Uhren mit Handaufzug, wird die Zugfeder bei den Automatikmodelle nicht an Innenwand des Federhauses befestigt, sondern verfügt über eine Rutschkupplung. Dieses Metallteil erlaubt es der Zugfeder im Inneren des Federhauses durchzurutschen, damit sie nicht zu stark gespannt und dadurch abgerissen oder diffamiert werden kann. Oder anders gesagt: Bei einer Uhr mit automatischem Aufzug ist beim Aufziehen der Uhr ein Endpunkt zu spüren, sobald die Zugfeder maximal gespannt ist. Eine Automatikuhr kann üblicherweise auch über den Vollaufzug hinaus aufgezogen werden

DIE MEISTVERBAUTEN SCHWEIZER UHRWERKE

ETA SA MANUFACTURE HORLOGÈRE SUISSE

Die ETA SA Manufacture Horlogère Suisse ist der weltweit größte Produzent mechanischer Uhrwerke Vom fast unverändert produzierten Taschenuhrwerk Kaliber 6497/98 über neu aufgelegte Handaufzugs- Uhrwerke Kaliber 1727 und 7001 von einst bietet die ETA ein breites Spektrum von Automatikuhrwerken bis hin zu Chronographen in den Verschiedensten Konfigurationen.

Dieses sind die erfolgreichsten Schweizer Uhrwerke (Manufakturkaliber nicht berücksichtigt):

2892-A2 Automatik

Mechanisch mit automatischem Aufzug, kugelgelagerter Rotor, Sekundenstoppvorrichtung, Gangreserve 42 Stunden

Funktionen: Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Fensterdatum mit schnellkorrekter bei der 3

Durchmesser: 25,6 mm

Höhe: 3,6 mm

Steine: 21

Frequenz: 28.800 A/h

Rückersystem: Etachron mit Rückerkorrektor

7750 Chronograph

Mechanisch mit automatischem Aufzug, kugelgelagerter Rotor, Sekundenstoppvorrichtung, Gangreserve 42 Stunden

Funktionen: Stunden, Minuten, kleine Sekunde bei der 6, Chronograph (30 Minuten Zähler, 12 Stunden Zähler, Stoppsekundenzeiger aus der Mitte, Wochentag mit Schnellkorrektur

Durchmesser: 30 mm

Höhe: 7,9 mm

Steine: 25

Frequenz: 28.800 A/h

Rückersystem: Etachron mit Rückerkorrektor

2894-2 Chronograph

Mechanisch mit automatischem Aufzug, kugelgelagerter Rotor, Sekundenstoppvorrichtung, Gangreserve 42 Stunden

Funktionen: Stunden, Minuten, kleine Sekunde bei der 3, Chronograph (30 Minuten Zähler, 12 Stunden Zähler, Stoppsekundenzeiger aus der Mitte, Fensterdatum bei der 3 mit Schnellkorrektur

Durchmesser: 28,6 mm

Höhe: 6,1 mm

Steine: 37

Frequenz: 28.800 A/h

Rückersystem: Etachron mit Rückerkorrektor

uhrreparatur-online.de
4.815562
×