Uhrenrevision Kosten und Preise

Informationen zu den Kosten der Uhrenrevision

Laien, die eine hochwertige mechanische Armbanduhr ihr Eigen nennen dürfen, sind nicht selten geschockt, wenn Ihnen der Uhrmacher die Kosten für die nötige Revision offenlegt. Bei einer Luxusuhr kommt es in der Regel zu Kosten von mehreren Hundert Euro. Aber warum ist das so? Nachdem die Quarzuhr Ende der 70er-Jahre die mechanische Uhr beinahe komplett verdrängte, ist die Mechanikuhr heute beliebter denn je. In einer immer schneller werdenden Welt, in der sich die Technik ständig überholt, scheint das Verlangen nach Bewährtem groß. Eine Mechanikuhr vermittelt traditionelle Werte und Nachhaltigkeit. Die Armbanduhr ist das einzige Schmuckstück, das auch Männer vorurteilsfrei tragen können. Eine hochwertige Uhr dient heutzutage weniger dem Messen von Zeit als vielmehr dem Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Denn eine Uhr verrät viel über seinen Besitzer. Das Uhrmacherhandwerk ist eine Kunst. Für die Revision einer Uhr braucht ein Uhrmacher zwischen mehreren Stunden bis zu einigen Tagen, bei sehr komplizierten Uhren. Eine anspruchsvolle Uhr mit teils mehreren Hundert Einzelteilen muss für eine Revision komplett zerlegt werden. Nach dem Prüfen und Reinigen der Teile erfolgt die mühselige Montage der Uhr, die einem Uhrmacher höchste Konzentration und präzisestes Arbeiten abverlangt. Bemessen an der Zeit, die ein Uhrmacher hierfür investiert, ist der Stundenlohn verglichen mit anderen Handwerksgruppen doch eher gering.

Die Monopolstellung der Uhrenhersteller

Im Uhrmacherhandwerk herrscht leider kein wirklich fairer Wettbewerb. Während z.B in der Automobilbranche die Hersteller der Fahrzeuge vom Gesetz her gezwungen sind, auch freie Werkstätten mit Ersatzteilen zu beliefern, gilt dieses in der Uhrmacherbranche nicht. Über neunzig Prozent der deutschen Bevölkerung besitzt eine Armbanduhr. Bei höhenwertigen Marken sind die Uhrenbesitzer dennoch nicht frei, was die Wahl des Servicebetriebs für die Uhr oder die Wahl eines Uhrmachers betrifft. Dies bedeutet: Wer sich für den Kauf einer höhenwertigen Uhr entscheidet, ist mitunter gezwungen die Uhr zur Reparatur zum Hersteller zu schicken. Nicht selten wird diese Monopolstellung auch ausgenutzt. Wenn der Hersteller im Service- Kostenvoranschlag den Tausch eines Armbandes für nötig hält, hat der Kunde keine Wahl- will er eine Reparatur oder einen Service seiner Uhr muss er in den sauren Apfel beissen und auch den Tausch des Armbands durchführen lassen. Auch ästhetische Komponenten, wie z.B Zifferblätter, werden den Kunden nicht selten in den Kostenvoranschlägen “aufgebrummt”, da diese sonst nicht den ästhetischen Vorstellungen des Herstellers entsprächen.

Dieses Monopol der Hersteller wird auch in den Preisen der Ersatzteile wiedergefunden. Die Ersatzteile für Uhren können vom Hersteller frei gewählt werden. Wettbewerb gibt es keinen. Warum ein einfaches Zifferblatt einer bekannten Schweizer Marke im mittleren Preissegment 400€ kostet ist sicherlich auf die eben beschriebene Tatsache zurück zu führen.

Die Zertifizierungen

Die Ersatzteilversorgung durch die großen Uhrenhersteller wird mehr und mehr eingeschränkt. Einige Marken bieten die Zertifizierung für Reparatur- und Servicearbeiten, häufig nach mehreren Stufen, an. Hierfür müssen diverse Voraussetzungen erfüllt sein. Neben dem richtigen Werkzeug sowie bestimmten Maschinen sind auch Reparatur- und Arbeitsabläufe einzuhalten. Die Uhrmacher müssen an speziellen Schulungen teilnehmen und Ihr Wissen und können in Prüfungen unter Beweis stellen. Eine solche Markenzertifizierung kostet ggf. mehrere zehntausend Euro. Dieses ist auch der Grund, weshalb diese Betriebe die eigenen Reparaturpreise den Investitionen anpassen.

Die Uhrwerke

In der Regel verhalten sich der Preis und die Qualität eines Uhrwerks proportional zum Endverkaufspreis der Uhr: Je teurer die Uhr, desto komplexer und teurer das Uhrwerk. Je nach Preissegment macht das Uhrwerk ca. 20 – 40 % des Preises der fertigen Uhr aus.

Quarzwerke (“batteriebetriebene Uhren”) sind meistens deutlich günstiger als mechanische Uhrwerke und werden deshalb insbesondere in Uhrenmodellen des unteren Preissegments verbaut. Der durchschnittliche Wert einer aus der Schweiz exportierten Quarzuhr liegt in etwa bei ungefähr 200 Schweizer Franken. Die Mechanikuhr kommt auf über 2000 Schweizer Franken.

Die meistverkauften schweizer Uhrwerke sind:

  • 2892-A2   Chronograph
  • 2836-02   Automatik
  • 7750        Chronograph
  • 2834-02   Automatik
  • 2671        Automatik
  • 824-02     Automatik

Die Kosten des Uhrenservice

Grundlegend ist folgendes Schema bei der Preisgestaltung von Reparaturen zu beobachten

Art Betrieb

Hersteller

Preisgestaltung

sehr teuer

Vorteile

hohe Qualität, Prestige

Nachteile

hoher Preis, lange Reparaturdauer, selten bis nie Teilreparaturen, kein Mitspracherecht bei der Frage was gemacht werden soll


Art Betrieb

zertifizierter Betrieb

Preisgestaltung

mittel bis teuer

Vorteile

hohe Qualität, Zugang zu allen Ersatzteilen, geschult, gute Werkstattausstattung

Nachteile

die Preise für die hohen Investitionen der Zertifizierung fließen in den Reparaturpreis ein


Art Betrieb

Juwelierkette

Preisgestaltung

teuer bis sehr teuer

Vorteile

Name, Prestige, Qualität

Nachteile

hohe Preise, in der Regel Hersteller UVP


Art Betrieb

freier, örtlicher Uhrmacher

Preisgestaltung

günstig

Vorteile

günstig

Nachteile

häufig und zunehmend verstärkte Probleme bei der Ersatzteilversorgung


Art Betrieb

Uhrreparatur-Online.de

Preisgestaltung

individuell optimierte Preise bei gutem Preis/ Leistungsverhältnis.

Vorteile

Je nach Marke und Bedarf kennen wir den geeigneten Uhrmacher; freie Uhrmacher, zertifizierte Uhrmacher und Hersteller. Hohe Qualität ist garantiert

Nachteile